

Als die Anfrage kam ob ich nicht Lust hätte über das Heisskalt Konzert im Skaters Palace zu berichten musste ich nicht lange überlegen. Natürlich bin ich dabei.
Das erste Mal habe ich Heisskalt im Jahr 2012 gesehen, als sie in Bad Bentheim als Vorband von Jupiter Jones auftraten. Das erste Mal vor der Kamera durfte ich sie dann ein Jahr später beim Olgas Rock Festival erleben.
2015 und 2016 waren sie gleich drei Mal in Haldern zu Gast. Erst brachten sie den Reitplatz beim Haldern Pop Fest zum beben und im Winter darauf tropfte beim Rock im Saal der Schweiß von der Saaldecke. Mittlerweile hatten sie sich eine große Fanschar angehäuft und kamen dennoch noch einmal nach Haldern um im intimen Kreis in der Haldern Pop Bar zu spielen.
Im Juni 2016 wurde ich von der Band eingeladen ihren Auftritt beim JuWi-Fest in Bildern festzuhalten. Nach einem Bummel über den Send ging es Abends als Headliner auf die große Bühne. Leider war Unwetter angesagt und das Konzert musste abgebrochen werden.
Und genau aus dieser Zeit stammt das Album „Vom Stehen Und Fallen“. 10 Jahre ist das Album also bereits alt, Grund genug das zu feiern.
Bei der „Das bleibt hier“ Tour wurde das Album und die EP „Mit Liebe gebraut“ komplett durch gespielt. Eine Reise in die Vergangenheit.
Da ich die Parksituation rund um das Skaters Palace von vorherigen Konzerte kenne, entschließe ich mich frühzeitig die 80km Fahrt anzutreten. Auf dem kleinen Parkplatz hinter der Venue finde ich dann auch tatsächlich noch einen der hart umkämpften Parkplätze und mache es mir noch ein Weilchen im Auto gemütlich.
Um 19 Uhr ist Einlass. Gut dann mal langsam los ums Eck und ab zum Gästelistenschalter. Ich bin noch recht früh und schaue mal am bereits gut besuchten Merchstand vorbei. Der hintere Teil der Halle ist mit einem Moltonvorhang abgehangen, es hätten also noch mehr Leute kommen können. Im Laufe des Abends stellt sich die so gewonnene Größe als perfekt für die Stimmung aus.
Die Halle füllt sich passend um 20 Uhr zum Start von Palebloom merklich. Die große Halle im Skaters Palace ist quasi zweigeteilt. In der linken Hälfte befindet sich die Bühne und der Zuschauerbereich zwischen Bühne und FOH. Abgetrennt durch ein paar Stahlstreben befindet sich der zweite Teil der Halle in der sich die Garderobe und der Merchstand finden. Man kann sich also aussuchen ob man direkt im Pulk tanzen oder lieber ohne „Bewegungsdrang“ etwas seitlich das Konzert genießen möchte.
Die female-fronted Post-Hardcore Band Palebloom aus Köln eröffnet den Abend und brachte das Publikum direkt zum tanzen. Harte Klänge wechseln sich mit leichteren Tönen ab. Die Band verarbeitet in ihren Liedern ernste Themen wie Selbstzweifel, mentaler Gesundheit und Therapieerfahrungen. Natürlich gehen auch teilweise die Ansagen unter die Haut und regen zum Nachdenken an.
Nicht einmal zwei Lieder sind gespielt und die Sängerin Lea stattet den Zuhören ein Besuch ab. Von dieser Band werden wir in Zukunft auf jeden Fall noch einiges sehen und hören. Ihre Spielfreude und Energie lässt daran keinen Zweifel aufkommen.
Nach einer Umbaupause ertönt um 21 Uhr das Intro für die Hauptband. Sparsam eingesetztes Licht lässt die Silhouetten der Bandmitglieder*innen auf der Bühne erscheinen. Melodischer Gitarrenklang bevor sich Sänger Mathias das Mikrofon schnappt und das schweißtreibende Konzert startet. „Das bleibt hier“, der erste Song vom Album „Vom Stehen Und Fallen“ ist natürlich auch heute das erste Lied des Abends.
Dass auf diesem Album eigentlich nur Hits enthalten sind, wird einem wieder einmal klar. Jedes Lied ein Klassiker und die Meute vor der Bühne zeigt sich mehr als textsicher. Spätestens beim zweiten Song „Nicht anders gewollt“ war kein halten mehr und das Publikum rastet förmlich aus.
Ein sehr großes Lob muss an dieser Stelle auf jeden Fall auch dem Tontechniker und der Lichttechnikerin gemacht werden. So einen guten Ton und klaren Gesang wünscht man sich eigentlich bei jedem Konzert und die Lichtsetzung sorgt an diesem Abend für die passende und der Musik angepasste Stimmung. Dadurch ist es nicht nur ein Konzert, es wandelt sich quasi zu einem Erlebnis.
Viel zu schnell vergeht der Abend als Heisskalt sich plötzlich verabschiedet und von der Bühne verschwindet. Ein Blick auf die Uhr verrät staunend, dass tatsächlich bereits 80 Minuten vergangen sind.
Natürlich wird lautstark nach Zugabe gerufen und die Band gibt dem Wunsch nach und betritt erneut die Bühne. Passend zum Lied setzte sich der „Bewegungsdrang“ im Publikum direkt wieder ein. Das letzte Lied des Abends ist dann noch einmal ein Highlight. Gemeinsam mit Palebloom wird „Leben wert“ performt. Da Lygo und Lirr, die gemeinsam mit Heisskalt den Song veröffentlicht haben, nicht vor Ort sind, übernehmen Palebloom die Rolle und zusammen heizen die beiden Bands zum Finale noch einmal ordentlich ein.
Viel zu schnell erleuchtet die Halle wieder und leise Hintergrundmusik lässt das Publikum zum Merchstand pilgern um die verschwitzten Shirts gegen Neuware zu tauschen.
Es war ein wunderbarer Konzertabend. Noch sind Heisskalt unterwegs. Solltet ihr die Möglichkeit haben geht auf jeden Fall hin. Ein unvergessliches Erlebnis.
Vielen Dank an A.S.S. Concerts für die Einladung.



