ZWARTE CROSS FESTIVAL 2023 | DER BERICHT

Gerade einmal 20km von meinem Wohnort entfernt findet alljährlich das größte Motocross-Event der Welt statt.

In Lichtenvoorde im Achterhook (NL) treffen sich über 200.000 Besucher um eine einmalige Mischung aus Motocross, Musik, Theater, Stunts, Comedy und einfach Spektakel zu erleben. Auf dem 160ha großen Gelände wird einem an jeder Ecke etwas geboten. Da ist es eigentlich Unmöglich alles zu sehen.

Für jeden ist etwas dabei. Wer auf Motocross steht, findet an der Rennstrecke Platz um die Rennen der verschiedenen Klassen zu sehen, oder staunt über die ausgefallen Fahrzeuge in den Sonderklassen.

Musikfans kommen ebenfalls nicht zu kurz. Auf über 30 Bühnen ist auch für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Egal ob Pop, Rock, Punk, Rap, Reggae, Schlager oder Techno. Jedes Genre hat seine eigene liebevoll gestaltete Bühne.

Auf der großen Theaterweide findet man neben Theaterzelten auch Straßentheater und Comedyprogramme. An dem Baggersee lässt sich wiederum total entspannen. Wer es dann wieder wilder möchte, ist in den Karussells bestens aufgehoben.

Ich habe versucht alles zu sehen, aber trotz drei Tagen ist es mir wirklich nicht gelungen.

 

 

Donnerstag, 20.07.2023

Bestes Wetter – Anreisetag beim Zwarte Cross – Akkreditierung erst ab Freitag. Was tun? Ab auf’s Fahrrad und eine schöne Tour über Winterswijk nach Lichtenvoorde, um mir die Anreise vor Ort anzuschauen. Schon ein paar Kilometer bevor das Festivalgelände erreicht ist, findet man kleine Campingplätze, die die Anwohner bereitstellen. Einige Besucher wollen wohl nachts in Ruhe schlafen und dem Trubel auf der Festivalcampingfläche entgehen. Regelmäßig sind wieder Wiesen voller Zelte und Caravans zu finden. An dem Festivalwochenende konnte ich auch sehen, dass viele Bauern für ihre Camper ein Planwagen als Shuttleservice anbieten.

Noch eine Kurve und ich erblicke zum ersten Mal den Hauptcampingplatz des Festivals.

 

 

Lange Autoschlangen und etliche Fahradfahrer zeugen von einer logistischen Meisterleistung der Organisatoren. Beim Haupteingang zum Campingplatz mache ich eine kurze Pause und schaue mir den Trubel an. Nebenbei bekomme ich auch noch kostenlos Chocomel angeboten, was ein netter Service – da sage ich doch nicht nein. Am Eingangstor lässt sich auch schon erkennen mit wie viel Liebe hier alles aufgebaut und dekoriert wurde. Ein riesiger Bogen aus Grolschkisten (bei Instagram meinte auch passenderweiser jemand es sei „Lego für Erwachsene“), begrüßt die Camper.

 

 

 

Freitag, 21.07.2023

Der erste „richtige“ Festivaltag. Heute fahre ich auch mit dem Auto Richtung Lichtenvoorde. Es wäre mir Nachts dann doch etwas zu weit, um mit dem Rad nach Hause zu fahren. Außerdem habe ich zusammen mit der Pressekarte den Zugang zum VIP-Parking direkt vor dem Eingang bekommen.
Ab der Stadt Aalten steht groß geschrieben, dass die komplette Hauptstraße durch Lichtenvoorde gesperrt ist, außer für Festivalbesucher. Also geradeaus über die Kreuzung Richtung Parkplatz. Die letzten Meter teit sich die Zufahrt zum Parkplatz mit dem Strom der Besucher zu Fuß und auf dem Rad. Dementsprechend entschleunigt ist die Ankunft auf dem Parkplatz.

Einmal über die Straße und schon sieht man den großen Eingang zum Festivalgelände.

 

Der Haupteingang am Tag und in der Nacht

 

Für mich geht es vor dem Eingang links zum Presseeingang. Empfangen werde ich persönlich und die netten Damen und Herren aus dem Team nehmen sich viel Zeit um alles zu besprechen. So einen netten Empfang hat man selten. Es wird einem sogar angeboten mit dem Golfkart zu den Bühnen gebracht zu werden. Diesen Service nehme ich aber nicht an. Ich schlendere lieber über das Gelände und lass mich von den vielen Eindrücken berauschen.

Die erste Band, die heute auf meiner Agenda steht, ist um 19 Uhr „The Slackers“ auf der Reggaeweide. Also genug Zeit für einen Rundgang über’s Gelände. Vorbei am Ground Hero, der Stunt-Area, einen ersten Blick in Richtung der Bühne Roadhouse, wo mich später am Wochenende noch „John Coffey“ umhauen wird.

 

 

Ein Blick in die Festival-App zeigt mir an, dass gerade auf der Crossstrecke die „Specialklasse“ unterwegs ist. Also mal hin und die dekorierten Wagen anschauen. Was ein Spektakel. Die komplette Strecke ist von Zuschauern gesäumt. Viel Nebel, laute Motoren und eine grandiose Stimmung.

 

 

Nach dem letzten Wagen, geht die Rundreise über das Gelände weiter. Als nächstes passiere ich die Theaterweide. Hier wird einem das ganze Wochenende über diverse Straßenkünstler, Comedy und Theaterprogramme in den Zelten geboten. Hier wird es nie langweilig. Zum ersten Mal erblicke dann auch die Hauptbühne, was für ein Brecher. Größer geht es fast nicht. Aber dazu später mehr. Ein Blick auf das Festivalmerchandise und ein ebenso kurzer Abstecher zum Dansvloer. Auf dieser Bühne kommen die Techno- und Housefans auf ihre Kosten. Ist ja nun wirklich überhaupt nicht meine Musik, die Menschen vor der Bühne haben aber ihren Spaß.
Direkt neben dem Dansvloer liegt The Noaberhood, die Hip-Hop und Rap Ecke des Zwarte Cross Festivals. Und überall findet man diverse Foodstände, auch hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Vorbei am Megatent, einer Bühne in einem riesigen 10-Mast-Zelt, und der Kirmes schaue ich beim neugestalteten Stadsplein vorbei. Hier wurde eine kleine Stadt aufgebaut, mit einer Open-Air Bühne und zahlreichen Bühnen hinter den Toren der einzelnen Häuser. Hier findet sich auch die Bühne Café Harder, wo gute Bands vor kleinem Publikum spielen. Die Schlange vorm Eingang ist so lang, dass ich die Band „Grade 2“ leider verpasse.

 

 

Ich laufe aber weiter und schaue bei der Reggaeweide vorbei, wo später „The Slackers“ spielen, mit dem Ziel Playa Exoticana. Den Bereich rund um den Baggersee erreicht man nur durch einen Übergang, der die Zufahrt zur Crossbahn überbrückt. Auch wenn es hier natürlich ebenfalls eine Bühne gibt, lässt es sich in dieser Location wunderbar in Sand oder im Liegestuhl entspannen und den Stand-Up-Paddle-Versuchen einiger Besucher beiwohnen.

 

 

Jetzt lockt aber so langsam die erste Band, die ich mir in meinem Plan fett angestrichen habe. Auf der Reggaeweide werden „The Slackers“ erwartet. Die US-Amerikanische Ska-Band aus New York sorgt regelmäßig für beste Laune und gerade bei dem Sandboden in dieser Location bleibt kein Bein ruhig. Es ist auch wie erwartet ein super Konzert, bei dem der Funke ab dem ersten Lied überspringt. Ich freue mich, sie endlich mal wieder live zu sehen.

 

 

Nach disem wunderbaren Auftritt schaue ich nochmals beim Roadhouse und bei der Bühne The Bayou vorbei, wo gerade die Band „Black Djangos“ aus NL/D auf der Veranda spielen. Dieser Bereich vermittelt die Atmosphäre der Südstaaten der USA. Zwischen Scheune und BBQ wird hier Blues, Bluegrass, Rock’N’Roll und wie in diesem Fall psychodelischer Surf Rock geboten. Das angrenzende Roadhouse war bei meinen letzten Besuchen beim Zwarte Cross bereits eine feste Anlaufstelle. Die Bühne in der Scheune hat einfach seinen ganz besonderen Flair.

 

 

Wieder zurück über das Gelände zum Café Harder, wo „Nashville Pussy“ auftreten sollen. Die lange Schlange vor der Tür verheißt nichts gutes, und so muss ich ohne sie gesehen zu haben wieder umdrehen. Vorbei an ein paar Karussells nehme ich halt die FMX-Show im Ground Hero mit. Die Freestyler zeigen mit ihren Motocross-Maschinen einen Sprung nach dem Anderen.
Schon erstaunlich, dass alle wieder auf zwei Rädern auf der Rampe landen. Da sind wahre Könner unterwegs.

 

 

Auf dem Hoofdpodium, der größten Bühne beim Zwarte Cross Festival bahnt sich so langsam das erste Highlight dieses langen Wochenendes an. Aus den Staaten kommt die Stoner-Rock Band „Eagles Of Death Metal“ mit dem Sänger Jess Hughes. Die Band habe ich auch schon lange nicht mehr live gesehen. Ich stehe also das erste Mal in diesem Jahr im Bühnengraben vor der Hauptbühne und sie ist immer noch so riesig, wie bei meinem letzten Besuch. Die Schlagzeugerin zu fotografieren ist schwer, da sie durch die Höhe der Bühne nur wenig zu sehen ist. Aber ich gebe mein Bestes. Mir fällt jedoch auf, dass in diesem Jahr wesentlich mehr Fotografen unterwegs sind, als beim letzten Mal. Jedoch verhalten sich alle optimal, kein Gedränge und Geschubse. So wünscht man sich das unter „Kollegen“.

 

 

Ich lausche noch ein wenig den Klängen von den „Eagles Of Death Metal“ und drehe für diesen Tag noch eine letzte Runde übers Gelände. Schon ist der erste Tag vorbei. Voller Vorfreude auf die nächsten Tage steige ich ins Auto und genieße die Nacht im heimischen Bett.

 

 

 

Samstag, 22.07.2023

Auch am zweiten Tag führt mich der Weg zum Gelände vorbei an der Fahrradwiese zwischen Parkplatz und Festivaleingang. Für manche Festivals reicht die Wiese als komplettes Gelände, hier stehen einfach nur unendlich viele Fahrräder. Wie findet man hier eigentlich sein eigenes Fahrrad wieder?

 

 

Ich nehme denselben Eingang wie am Vortag und werde von der Media- & Pressecrew des Festivals erneut herzlich begrüßt. Ein kurzer Plausch über den gestrigen Tag und die Verbindung von Punkrock und dem Fußballverein FC St. Pauli.
Ich halte mich auch gar nicht lange im Pressezelt auf, ein kaltes Getränk und ab geht es auf’s Gelände.

Da wo ich mir gestern die FMX-Show angesehen habe, steht jetzt eine BMX-Show an. Von der großen Rampe runter und zwei Sprünge hintereinander. Die Jungs haben ihre Räder auf jeden Fall unter Kontrolle. Respekt an alle Sportler, die hier an diversen Stunt-Locations ihr Können zeigen. Egal ob hier bei der FMX und BMX Show, beim Globe Of Death oder mit den Inlinern in den Rampen in der Noaberhood.

 

 

Nach der Show schaue ich noch einmal an der Crossstrecke vorbei, wo gerade wieder ein Rennen im vollen Gang ist. Das ist Motorsport pur.

 

 

Jetzt aber weiter zum Hoofdpodium, wo sich die australische Band „Wolfmother“ ankündigt. Die drei Musiker spielen Stoner-Rock vom Feinsten. Bei ihnen steht die Musik absolut im Vordergrund. Auf eine Show wird verzichtet, das ist wahrer Rock’N’Roll. Und man kennt fast jedes Lied von ihnen, und das obwohl ich nicht mal eine Platte von ihnen habe. Die Band macht einfach Spaß!

 

 

Nach Wolfmother schaue ich bei der Theaterweide vorbei, wo gerade zwei Briten zu unterhalten wissen. Leider kann ich nicht genau sagen, wie sie heißen, aber ihre Show ist gut. Im Anschluss erweckten „Cie L’Homme debout“ aus Frankreich ihre 15 Meter hohe Strohpuppe AKA zum Leben. Zu Musik fängt sie sich an erst langsam zu bewegen, immer schneller werdend, bis sie sich tanzend dem wartenden Publikum nährt. 7 Menschen braucht es, diese riesige Vogelscheuche realitätsnah zu bewegen. Wirklich beeindruckende Kunst und Theater.

 

 

Bevor es für mich zum Roadhouse geht, schaue ich noch einmal am höchsten Punkt der Crossstrecke vorbei um ein Überblicksfoto der Crossstrecke mit Blick auf Loco-Arena zu schiessen. Hier lässt sich gut erkennen, wie dicht gedrängt die Menschen rund um die Strecke stehen um dem Spektakel beizuwohnen.

 

 

Und dann meldet mein Handy, dass sich eine Regenwolke nährt. Also nehme ich den weiten Weg zum Pressezelt auf mich, um mich dort bei einem Getränk unter Dach zu flüchten. Kurz vorm Pressezelt laufe ich am Blagenparadijs vorbei. Das ist quasi ein eigener Festivalort mit Unterhaltung und Bühne für die kleinen Gäste. Das schöne daran ist, dass auch wirklich nur die Kinder mit ihren Eltern dort hinein kommen, ohne von den anderen Besuchern gestört zu werden.

Auch vom Eingangsbogen mache ich nochmal ein Foto, wo er doch direkt am Pressezelt liegt.

Tatsächlich habe ich es passend ins Zelt geschafft ohne nass zu werden, denn plötzlich öffnet der Himmel seine Schleusen und es regnet Binfäden. Nach gut einer viertel Stunde ist der Regen genauso schnell wieder vorbei wie er gekommen ist. Ein kurzer Blick in die Wetterapp – grünes Licht – also schnell wieder auf’s Festivalgelände um beim Roadhouse vorbei zu schauen. Ich möchte einmal sehen wie ich bei der Bühne in diesem Jahr in den Bühnengraben komme. Ich stehe mit einer anderen Fotografin vor dem Graben, da wir kein Eingang finden, klettern wir eben über die Absperrung. Es stellte sich aber heraus, das wir außen am Gelände einen Eingang benutzen können um hinter die Bühne zu gelangen. 😁

Hier kommt jetzt die Band „Tramhaus“ auf die Bühne. Sagt mir zwar nichts, aber ich nehme sie mal mit. Und es hat sich gelohnt. Die Post-Punk-Band aus Rotterdam weiß auf jeden Fall zu überzeugen. Die perfekte Einstimmung auf die nachfolgende Band im Roadhouse.

 

 

Nach dem Konzert ist bei einem Festival ja bekanntlich vor dem Konzert. Da hier auf den Bühnen zwischen den Künstlern aber immer ein wenig Zeit ist, laufe ich noch einmal zum Stadsplein.

 

 

Im Café Harder spielen gerade „The Courettes„. Hört sich super an, es ist aber leider kein reinkommen dort. Morgen muss ich mir die Zeit nehmen um mich dort anzustellen aber jetzt geht es für mich zurück zum Roadhouse um die Band zu erleben, auf die ich mich hier am meisten freue: „John Coffey„.

John Coffey“ haben sich 2002 in Utrecht gegründet und seit ich die Punkrock-/Post-Hardcore-Band das erste Mal gesehen habe, haben sie mich direkt gepackt. Als sie 2016 dann bekanntgaben die Band auf Eis zu legen fehlte auch etwas in Sachen Livemusik. Zum Glück sind sie seit diesem Jahr zurück und feuern bei jedem Auftritt ein wahres Feuerwerk ab. So auch heute. Was für eine Show – was für eine Band. Ab dem ersten Ton bebt die viel zu kleine Scheune. Die Zuschauer stehen bis weit vor den Toren des Roadhouse. Vielleicht hätten sie eine größere Bühne gebraucht, aber wer es ins Roadhouse geschafft hat, wird diesen Auftritt wohl lange nicht mehr vergessen.

 

 

Für mich war es der krönende Abschluss des zweiten Tages. Während auf der Hauptbühne die Band „Triggerfinger“ ihre Version des Lyyke Li Hits I Follow Rivers spielen, mache ich mich auf den Weg zum Auto. Am nächsten Tag erfahre ich noch, dass Wolfmother ein Secret Gig im Café Harder vor 150 Leuten gespielt hat. Wäre bestimmt auch ein Erlebnis gewesen, aber da hat mich John Coffey doch mehr überzeugt.

 

 

 

Sonntag, 23.07.2023

 

Der Wetterbericht verheißt für den Sonntag nichts Gutes. Regen und unbeständiges Wetter ist vorhergesagt. Ich fahre gegen Mittag durch den Regen in Richtung Niederlande. Komischerweise ist heute die Autoschlange vor Lichtenvoorde am längsten von den vergangenen drei Tagen. Ich habe aber Zeit eingepackt und reihe mich in aller Ruhe in die Schlange ein. Solange es regnet, kann ich auch hier im trockenen Auto sitzen.

Am Parkplatz angekommen, esse ich mir erst einmal ein Brötchen, trinke noch einen Schluck und ziehe mir die Wanderschuhe an. Pünktlich hört der große Regen auf und ich komme trocken zum Pressezelt. Wie bereits an den Tagen zuvor werde ich freundlich begrüßt, ein kurzer Schnack über’s Wetter und los geht es auf’s Gelände in Richtung Café Harder. Heute besteht mein Programm aus einer vollen Ladung Punkrock.

Den Anfang für mich machen heute „The Raging Nathans“ aus Ohio. Kurz anstehen vorm Café Harder und dann bin ich drin. Die DJs, die hier zwischen den Bands für Musik sorgen, lieben ihren Job. Ob am Plattenteller oder als Animateur vor den Leuten, merkt man, dass sie den Rock’N’Roll leben und lieben.
The Raging Nathans“ reißen die Hütte auf jeden Fall schon einmal ordentlich ab, was soll denn da heute noch passieren in dieser kleinen Location auf diesem riesen Festivalgelände?

 

 

Bevor es für mich musikalisch hier mit „Private Function“ weitergeht, habe ich noch etwas Zeit und drehe eine erneute Runde über das Gelände. Mal kurz beim Undercovertent vorbei schauen, wo gerade Meat Loaf gespielt wird. In diesem Zelt wird das ganze Wochenende über von Livebands diverse Bands gecovert, und das wirklich gut. Die Nozem 2-Takt Terras habe ich auch noch nicht gesehen, also auch hier ein kurzer Besuch. Ein schöner kleiner Bereich, ein Biergarten in dem es eigentlich „nur“ um den Kurzen Nozem geht. Und dieser Nozem Power Oil Likör ist hier auf dem Festival an jeder Ecke zu finden, und immer sieht man jemanden, der gerade mit diesen kleinen Fläschen anstößt.

Meine Festival-App verrät mir, dass jetzt gleich auf der Crosstrecke die Specialklasse und die Zwaargewichtklasse an den Start geht. Das Spektakel lasse ich mir nicht entgehen und so mache ich mich auf zur Crossstrecke. Nachdem die letzten Sportler auf ihren Maschinen vorbei geflogen sind und die Strecke repariert wurde, fällt der Kanonschlag und kündigt die Monsterparade an. Laut – Verqualmt – Nass. So lässt sich die Parade am Besten beschreiben. Der eine Wagen lässt seine extra Motoren oder Sirenen aufheulen, der Andere zieht eine dicke Rauchwolke hinter sich her und der Nächste versprüht jede Menge Wasser in die zuschauende Masse. Da es wieder ein wenig angefangen hat zu regnen, bin ich eh mit meiner Regenjacke ausgestattet, da macht mir das bisschen Wasser von den Wagen auch nichts mehr.

 

 

Es ist echt gewaltig, was für Ideen die Autobauer hier präsentieren. Für mich geht es aber wieder rüber zum Café Harder. Ein weiteres Highlight kündigt sich an: Aus Australien kommen „Private Function“ vorbei. Sie haben an diesem Wochenende bereits im Osten von Deutschland auf einem Festival gespielt, wo ein Bekannter von mir vor Ort ist um dort Fotos zu machen (Gruß an Dirk, dem Punkrocksekretär), und er berichtete, dass man diese Band einfach erleben muss.
Er hat verdammt noch mal nicht zu viel versprochen, was ist das denn für eine Show, was für eine Band. Wie ein Tornado wirbeln sie duch das als Punkrockclub gestaltete Zelt. Es lässt sich gar nicht beschreiben, was hier abgeht. Interaktion mit dem Publikum pur. Sänger Chris Penney ist gefühlt genauso lange vor der Bühne wie auf der Bühne unterwegs.

 

 

Nach der Band brauche ich etwas Luft und verlasse den Club. Nicht nur im Café Harder tropfte das Wasser von der Decke, anscheinend hat es draußen auch einen richtig heftigen Schauer gegeben. Ich wate durch den Schlamm und schaue mir im Megatent noch das Ende von Shantel & Bucovina Club Orkestar an. Balkan-Pop gepaart mit DJ-Sounds. Tanzbar, aber nicht so ganz meins.

Also ganz langsam zurück zum Stadsplein und zum Café Harder. Die für mich letzte Band des Festivals kündigt sich an. Bereits oft gesehen und doch nie langweilig, versprechen Teenage Bottlerocket aus Wyoming auch hier wieder Punkrock pur. Bis 17.10 Uhr standen sie noch beim Haltpop im Westen der Niederlande auf der Bühne. Um 20.30 Uhr sind sie hier und versprechen trotz Müdigkeit alles zu geben. Und das tun sie auch. Ohne viel Geschnörkel und ohne große Show packen sie Hit an Hit. Das ist good old Punkrock!

 

 

Ein perfekter Festivalabschluss für mich. Es hat mal wieder richtig viel Spaß gemacht hier beim Zwarte Cross Festival in Lichtenvoorde (NL). Eine einmalige Mischung aus Musik, Cross, Stunts, Theater und einfach Spektakel. Das sollte sich auf jeden Fall jeder einmal anschauen. Die Eintrittskarten sind zwar immer schnell vergriffen, aber wenn ihr euch beeilt, klappt es auch.

Ich verspreche Euch, dass ihr dieses Erlebnis nie wieder vergessen werdet. In und mit den Niederländern lässt es sich super feiern.

Ein riesiges Dankeschön geht auch raus an das ganze Team vom Zwarte Cross Festival. Egal ob Security vor den Bühnen, oder den freundlichen Empfang am Eingang. Ihr macht einen super Job.

 Ich drehe eine letzte Runde und nehme Abschied.

 

 

Ihr wollt dabei sein? Dann schreibt Euch den 18. November 2023 fett in eurem Kalender ein, dann startet der weltweite Vorverkauf.